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Mietwagenrundreise
Schweden und Norwegen 2015

Teil 2 Lofoten

Guidos Reiseberichte
 

Teil 1: Lappland

Teil 2: Lofoten

Teil 3: Kystriksveien Rv 17

Tag 8 280 km 4 h Abisko - Solvaer Thon Hotel

Endlose Wildnisgebiete mit den für Skandinavien charakteristischen Fjäll-Bergmassiven, Flüssen und Wälder erwarten uns in der dünn besiedelten Region bis  an die norwegische Grenze. Auf der Westseite der Bergzüge beherrscht dann ein völlig anderer Landschaftscharakter die Landschaft: Die nordnorwegischen Fjorde und Küstenlandschaft mit zerklüfteten Gebirgszügen und zahllosen Inseln.

Die Inseln der Lofoten sind verkehrsmäßig sehr gut erschlossen und sind mit dem norwegischen Festland durch mautfreie Brücken und Tunnel verbunden. Die Strasse Lofast ist Teil der Europastraße 10 und verbindet die Inselgruppe der Lofoten mit dem norwegischen Festland. Durch den Bau von Tunneln und Brücken kommt diese Verbindung ganz ohne Fähren aus. Der Meerestunnel unter dem Sløverfjord hat einer Länge von 3340 m und eine Tiefe unter dem Meeresspiegel vom 112 Meter und verbindet die Inseln Årnøya und Holdøy.  230 Kilometer lang ist die ganze Strecke  von der Brücke über den Raftsundet im Norden der Inseln bis nach Å im Süden.

 

Nur drei Monate im Jahr ist auf den Lofoten Sommersaison. Ab Ende Mai kommen die Touristen aus aller Herren Länder mit Kreuzfahrtschiffen, Liniendampfern oder Reisebussen vornehmlich in die Orte auf der Südseite der Inselgruppe. Die Inselhauptstadt Svolvær mit ihren 4200 Einwohnern sowie die Fischerdörfer Henningsvær, Nusfjord, Reine und Hamnøya sind viel besuchte Plätze.

„Immer mehr Berge, immer mehr Steilwände, große, schneebedeckte Berghänge und dazwischen schwarze, spitze Gipfel in überraschenden Formen wurden sichtbar.“ So beschrieb der große norwegische Maler Christian Krogh Svolvær auf den ersten Blick. Umzingelt von 700 Meter hohen wild gezackten Bergen, war der Ort in seinen Anfangsjahren hauptsächlich Verladestelle.
Die 4.500 Einwohner große Stadt, in dramatischer Landschaft gelegen, ist heute das wichtigste Handelszentrum und die Kunst- und Kulturstadt der Lofoten.

Henningsvær besteht aus vielen kleinen Inseln, die durch Molen und Steindämme verbunden sind. Es ist - das Venedig der Lofoten -und bietet mit seinen dich gedrängten Häusern, Fischerhütten, Booten und den gewaltigen Bergen faszinierende Fotomotive. Am engen langgestreckten Hafenbecken drängen sich dicht an dicht Händler, Schiffsausrüster, Lagerhäuser, gefüllt mit Stockfisch, Gaststätten und Rorbuer. Besonders hübsch ist es am kleinen Anleger neben dem Henningsvær Gjestegård.

Der Hafen von Svolvær wird täglich von den Schiffen der Hurtigruten angelaufen, nordgehend abends um 21 Uhr/ Abfahrt nach Stokmarknes um 22:00 Uhr. Auf der südgehenden Route wird Svolvær um 18.30 Uhr angelaufen, Abfahrt ist 20.30 Uhr nach Stamsund. Wer Lust hat kann während des gut 45minütigen Stopps das Schiff kostenlos besuchen.

Tag 9  230 km   4 h (Trollfrjord) - Solvaer - Kvalnes - Stamsund - Solvaer Thon Hotel

Der Trollfjord, oder auch Svartfjord oder Teufelskanal, wie man in alten Reiseführern nachlesen kann, zählt unbestritten zu den bekanntesten Fjorden des Nordens. Nicht nur wegen seiner nur 100 m breiten Fjordeinfahrt und seinen steilen Felswänden. So ist es ein besonderes Erlebnis mit den mittlerweile doch recht großen Schiffen der Hurtigruten in den 2 km langen Fjord zu fahren und dort fast auf der Stelle wenden zu müssen. Umgeben, von einem gigantischen Bergpanorama, das nur per Schiff oder wandernd von der anderen Seite der Berge Austvågøyas erlebbar ist. Wir besuchen den Fjord mit einem Ausflugskutter von Solvaer aus.

 

Solvaer - Kvalnes - Stamsund - Solvaer

Tag 10  280 km   4.5 h Solvaer - Ä - Solvaer Thon Hotel

Hamnøya, Reine und Sørvagen liegen wie aufgereiht entlang der E 10 auf Moskenesøya, der westlichsten Lofoteninsel, die mit dem Auto erreichbar ist. Kameras klicken am Hafen von Hamnøya, umrahmt von den über 800 Meter aufragenden Zackenfelsen der Lofotenwand, wie der mächtige Gebirgszug im Süden des Archipels auch genannt wird. Geologen schätzen dessen Alter auf 3,5 Milliarden Jahre. Nicht wie im Alphabet als erster Buchstabe am Anfang, sondern ganz am Ende der Europastraße 10 liegt der winzige Flecken Å. Ein paar Fischerhütten, das Norwegische Fischerdorfmuseum und das Lofoten Tørrfiskmuseum lohnen die weite Anfahrt. "Wir sind das einzige Stockfischmuseum der Welt", sagt Museumsleiter Steinar Larsen. Auf zwei Etagen dreht sich alles nur um Stockfisch. Er wird heute noch nur von etwas mehr als 150 Lofotenfischern gefangen, erfahren die Besucher beim Rundgang durch die Sammlung.

Eines der bekanntesten Fischerdörfer auf den Lofoten ist Nusfjord. Die Siedlung war eines der drei Pilotprojekte Norwegens, die im Europäischen Jahr für Denkmalschutz 1975 ausgewählt wurden, um den typisch norwegischen Baustil zu bewahren. Die meisten Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind sehr gut erhalten. Knapp 40 Rorbuer gibt es im Ort, die im Winter zum Teil von Fischern bewohnt, ansonsten von Touristen genutzt werden. Neben dem Hafen, den Fischerhütten und den für diesen Landstrich so typischen Holzgestellen zum Trocknen des Stockfischs sind diverse Funktionsbauten aus alter Zeit zu finden: eine Räucherei und eine Fischerei, einige Boots- und Lagerhäuser, eine Schmiede, die alte Bäckerei, deren obere Etage als Wohnung des Arztes diente, ein kleines Kraftwerk aus dem Jahre 1905, ein Sägewerk, eine Trandämpferei, die ihren Betrieb zu Beginn der 1990er Jahre einstellte, und der Landhandel. Letzterer ist ein Erlebnis und ein lebendiges Museum für sich. Hier traf und trifft man sich, um die täglichen Einkäufe zu erledigen, die Post zu holen oder einfach nur auf einen Plausch.
 

 

Teil 1: Lappland

Teil 2: Lofoten

Teil 3: Kystriksveien Rv 17

Guidos Reiseberichte

 Letzte Aktualisierung am  01.06.2017 16:27:08

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