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Suedwest England 2017
Teil 5 Tintagle

Guidos Reiseberichte
 

Cotswolds Devon Dartmoor ( Devon )
Cornwall Teil 1 Teil 2 Tintagle ( Cornwall ) Exmoor ( Somerset )
Weiterfahrt nach Tintagle wo wir 3 Nächte bleiben. Unterwegs machen wir einen Halt in St. Agnes, dem einstigen Bergbauzentrum Cornwalls, wo die Schlote und Maschinenhäuser der Zinnminen bis dicht an die Klippen heranreichen - heute allerdings nur noch als Industriedenkmäler, die von der Blütezeit des cornischen Bergbaus zeugen. Von "Copper, fish and tin", Kupfer, Fisch und Zinn, den drei wichtigsten Erwerbsquellen im 18. und 19. Jahrhundert ist heute nichts geblieben. Selbst die Sardinenschwärme sind verschwunden und ziehen heute irgend woanders vorbei. Der Küstenachschnitte südwestlich von St. Agnes gehört wohl mit seinen Heidkraut bewachsenen Klippen zu einem der schönsten Abschnitte des South West Coast Path.
In Tintagle angekommen besuch wir als erstes das Tintagle Castle. Wenn man sich den Geburtsort von König Artus vorstellt, dann muss es etwas Mächtiges sein, ein Ort mit einer gewaltigen Ausstrahlung, imposant und erhaben. Genau das alles ist Tintagel Castle: Eine Burg-Ruine, die an der Nordwestküste Cornwalls auf hohen Klippen thront, den Naturgewalten trotzend, gegen Wind und Wellen bestehend. Das Castle selbst scheint mit dem Fels verwachsen zu sein und so alt wie dieser selbst. Tintagel ist genau einer jener Orte, an denen Legenden entstehen.  Unabhängig davon, ob der entdeckte Königspalast in Tintagel einst die Heimat von Artus war oder nicht: Der Fund ist von immenser historischer Bedeutung. Denn es ist der erste substantielle Bau aus den dunklen Jahrhunderten, der in Grossbritannien entdeckt wurde. Denn für die Geschehnisse, die sich zwischen dem Abzug der Römer und der Machtübernahme der Angelsachsen in Britannien ereignet haben, gibt es kaum Belege.
Das Old Post Office in Tintagle ist wohl eines der ältesten noch erhaltenen Häuser in Cornwall und schon deswegen einen Besuch wert. Im Inneren zeigen die einzelnen Räume, wie die früheren Bewohner wohl gelebt haben und wie sie eingerichtet waren. Dem Namen entsprechend ist in einem Raum das alte Postamt nachgestellt worden. Die anderen Räume zeigen wie Schlafzimmer und Küchen im alten Cornwall ausgesehen haben.
Heute unternehmen wir eine wunderschöne Rundwanderung von Tintagel zum St. Nectan's Glen und weiter hinauf bis zur Strassen-Kreuzung B3266 wo wir die alte, kaum befahrene Strasse, runter laufen, die uns mitten durch das Dorf Boscastle führt und weiter zum Hafen Boscastle. Zurück wandern wir auf dem South West Coast Path vorbei am Rocky Valley nach Tintagle.
Der malerische Hafen Boscastle befindet sich zwischen hohen Klippen; die Flüsse Valency und Jordan winden sich ihren Weg dramatisch in den winzigen Hafen hinein. Es ist der einzige natürliche Hafen entlang dieser  Küste. Zu viktorianischen Zeiten war er ein blühender Hafen, doch heute wird diese windgeschützte Bucht und das natur belassene, unberührte Dorf vom National Trust gemanagt. Am Morgen des 16. August 2004 tobte ein heftiges Unwetter über Südengland, das den Pegelstand der durch Boscastle führenden Flüsse innerhalb einer Stunde um zwei Meter ansteigen ließ. Gegen 11 Uhr Ortszeit schoss schliesslich eine vier Meter hohe Flutwelle durch das enge Tal und riss über 50 Autos sowie sechs Gebäude in den Atlantik. 20 weitere Häuser wurden so schwer beschädigt, dass sie später abgerissen werden mussten. Knapp 30 Minuten später begann eine der größten Luftrettungsaktionen der britischen Geschichte.
Rocky ValleySt. Nectan's Glen.
Heute nehmen wir ein weiteres Teil Stück des South West Coast Path unter die Füsse. Wir wandern bis zur Trebarwith Beach und wieder zurück. Der Trebarwith Strand ist etwas mehr als zwei Meilen von Tintagel entlang der Küste von North Cornwall. Der Sandstrand wird bei Flut vollständig überflutet.
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 Letzte Aktualisierung am  31.12.2017 14:07:37 

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