G u i d o s   R e i s e b e r i c h t e

C h i n a   2 0 0 7
Chinas zauberhafte Länder
Yunnan, Guizhou und Guangxi
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Provinz Guangxi

Heute fahren wir in die Provinz Guangxi, nach Sanjiang. Dort bekamen wir einen neuen Fahrer und Guide. Wir machen Spaziergänge durch Sanjiang und dessen Umgebung. Über einen kleinen schmalen Steg überqueren wir eine Fluss und beobachten einige Männer dieses Dorfes beim Karten spielen. Bevor ich ein Foto machen darf, wollen die Männer zuerst ihr Geld vom Spieltisch entfernen. Später lief ich die 10 km zu Fuss nach Zhaoxing zurück. Unterweg besuchte ich eine riesige Ziegelei und später sah ich Leuten beim sortieren von Elektroschrott zu. Eine total andere Welt, in der noch sehr hart gearbeitet werden muss. Das Städtchen Zhaoxing ist recht nett und überschaubar, so dass wir uns nach dem Abendessen noch unters Volk mischten und einen ruhigen und angenehmen Abend erlebten

Chengyang Wind-und-Regen-Brücke

Heute erwartet uns ein Prachtstück von Dong-Architektur: die Anfangs des zwanzigsten Jahrhundertserbaute Chengyang Wind-und-Regen-Brücke. Die aus Holz und Stein erbaute beherbergt fünf reich verzierte Pavillons. Die Brücke befindet sich in Linxi im Kreis Sanjiang im nördlichen Guangxi, wo sie den Fluss Linxi überquert. Sie ist 64 m lang, 3 m breit und über 10 m hoch; sie hat fünf Brückenpfeiler und vier Brückenbögen, von denen jeder mit insgesamt sieben Tannenholzbalken gebaut wurde und 30 m lang und über einen halben Meter dick ist. Dann wurde die Brücke mit Holzbrettern belegt, Stützpfeiler wurden gebaut, die Dachbalken darüber gelegt und die Eckpfosten für den Pavillon aufgerichtet. Anschließend wurde das Dach gebaut und mit Ziegeln gedeckt, und auf beiden Seiten der Brücke wurden Sitzplätze mit einem Geländer angefügt, genannt "Die Schöne lehnt sich an". Von diesen Wind-Regen-Brücken gibt es in der Gemeinde Linxi über fünfzehn, in der Umgangssprache nennt man sie "Blumenbrücken". Besonders bewundernswert ist, dass sie völlig ohne Nägel auskommen, sie sind ohne jedes Eisen gebaut, nur nach der traditionellen chinesischen Handwerkstechnik zusammengesteckt und mit Keilen befestigt.

Denn heute kommen Gäste von weiter her

An Festtagen kommen alle Bewohner zusammen, die Alten werden gestützt, die Kinder werden geführt, aus allen Richtungen kommen die Menschen fröhlich herbei und versammeln sich auf der Chengyang-Brücke, der imposantesten der insgesamt 108 Wind-Regen-Brücken dieser Region. Die jungen Frauen und Männer tragen festliche Kleidung, zünden Feuerwerk an und tanzen den "Caitang" zur Musik der Lusheng... Am Aufgang zur Chengyang-Brücke sammeln sich die Menschen, die jungen Leute binden grüne Bambusstangen zu einem Zaun zusammen und versperren den Zugang zur Brücke und zum Dorf. Während der Festlichkeiten werden die Gäste und die Besucher nicht durchgelassen; die jungen Leute wollen keinen Passierschein sehen, sie wollen auch keinen "Wegezoll", sondern sie wollen mit den Gästen ihren Wechselgesang durchführen, der einem Wettkampf gleicht. So lautet das Lied "Versperrte Brücke":
Nie gesehen so hell glänzendes Sonnenlicht
Nie gesehen so herrlich erblühte Blumen
Denn heute kommen Gäste von weither
Und das Bild der Dong verändert sich.

Genau wie die Wind-Regen-Brücke ist das Lied der Dong charakteristisch für ihre Freundlichkeit, Natürlichkeit, Harmonie und Schönheit. Haben die Gäste einige Lieder lang an diesem Wechselgesang teilgenommen, so können sie die Brücke überqueren und erhalten einen herzlichen Empfang. Diese Art zu feiern ist im ganzen Gebiet der Dong verbreitet, doch die Chengyang-Brücke gehört zu den staatlich geschützten Kulturdenkmälern, deshalb ist diese Zeremonie besonders berühmt.

Flexibilität ist gefragt

Die 90 km lange Strasse von Sanjiang bis nach Longsheng war auf der ganze Länge eine einzige Baustelle. Es wir für unser westliches Verständnis völlig planlos gebaut und manchmal gab es kaum mehr ein durchkommen. Zum Teil haben wir bis jetzt absoluten Hightech Strassenbau, mit atemberaubenden Brückenkonstruktionen gesehen, und nun dieses absolute Chaos. Einmal musste ich mich sogar in den Schlamm begeben zu helfen mit vereinten Kräften unser Auto wieder aus einem riesigen Schlammloch zu befreien. Flexibilität war manchmal wirklich gefragt, aber es machte ja auch Spass.

Longsheng - Die Reisterrassen am „Drachenrücken

Das Wetter wir nun bis am Sonntagabend gleich sein, Regen und Nebel. Doch es gabt immer wieder nebelfreie Momente, in denen man die gesamte Pracht dieser gigantischen Reisterassen erahnen konnte. Aber auch der Nebel gibt dieser Landschaft einen ganz besonderen Reiz. Und gegen Regen kann man sich ja bekanntlich schützen.
Die Terrassen wurden vor mehr als 800 Jahren durch Menschenhände geschaffen um die Gegend zum Reisanbau nutzen zu können. Ihren Namen –Drachenrücken Reisterrassen- haben Sie bekommen, weil Sie aussehen, wie die Schuppen eines Drachens, wenn sie voll Wasser in der Sonne schimmern. Gleich nach der Ankunft mach ich mich auf Entdeckungstour. Die Frauen des 2 Stunden weit entfernten ZhongLiu Village warten auf Touristen um gegen ein kleinen Betrag ihre langen Haar zu zeigen. Immer wieder treffe ich auf diese Frauen und wir haben es immer lustig zusammen

Das Dorf Ping An

Der Longji- (Drachenrücken) – befindet sich in einem Gebiet von ca. 60 Quadratkilometern sind im Laufe von 650 Jahren durch die Bauern der nationalen Minderheiten der Yao und Zhuang alle Hänge terrassiert worden, um Reisfelder anzulegen. Die Bauarbeiten begannen in der Yuan-Dynastie und endeten mit Beginn der Qing-Dynastie. Reisterrassen sind in Südchina häufig zu finden aber selten in einer derartig gewaltigen Anlage.
Das Dorf Ping An liegt in mitten dieses Reisgebietes, in dem es keine Straßen gibt und das man nur zu Fuß erreichen können. Die 800 Einwohner wohnen in hohen Holzhäusern auf Pfählen. Die Frauen sehen wunderschön aus mit ihrem silbernen Schmuck und ihren langen Haaren, die wie eine Art Turban um dem Kopf gewickelt werden. Hier hat man das Gefühl, im Herzen Chinas gelandet zu sein.
Unser Guesthouse, das von einer Zhuang Familie geführt wird, steht auch auf Pfählen, von der Veranda aus wir eine atemberaubende Aussicht auf die Reisfelder und Berge hatten.

Old Zhuang Village

Heute regnet es mehr oder weniger den ganzen Tag bei viel Nebel. Doch los ging es. Am Morgen wandern wir zum Old Zhuang Village. Wir sind froh als wir auf der Wind- und Regenbrücke ein chinesisches Touristen Paar trafen, so dass wir nicht die einzigen verrückten sind, die bei diesem Wetter unterwegs waren.
Später im Old Zhuang Village werden wir zu einem Kartoffel Schnaps eingeladen. Wir unterhielten uns mit unserer Gastgeberin, mit Hilfe unseres Guides, über die unterschiede der Landwirtschaft, zwischen hier und der Schweiz. Es war spannend für beide Seiten. Der Kartoffel Schnaps war wärmend doch noch erwärmender war diese tolle Begegnung mit dieser einheimischen Bewohnerin. Zufallsbegegnung wie wir sie lieben.

ZhongLiu Village

Am Nachmittag streikte unser Guide und ich nahm mir eine Mann aus dem ZhongLiu Village als Führer, da ich bei diesem Wetter lieber auf sicher gehen wollte. Mit Hilfe unseres Guides, handle ich einen Preis aus und erkläre dem Lokalen, dass er mich auch wieder zurückbringen müsse. Ein Weg dauerte knapp 2 Std. Es klappte alles besten, ich wurde noch zur Familie des Lokalen Guides eingeladen und ich besuchte dort auch noch die Dorfschule. Am Schluss hiess es Abschied zu nehmen von den " Langehaare Frauen ".

Mystische Traumlandschaft

Diese zwei Tage in Pingan waren auch bei diesem miesen Wetter eine tolle Sache. Der Nebel verwandelte diese Traumlandschaft in etwas Mystisches.
Am Abend beim Essen und bei Schnaps erklärte mir unser sehr junger Guide, der aus der modernen Stadt Guilin kommt, dass er solche Touren hasst. Er war nur mit einem paar Lederschuhen und einer kleinen Reisetasche unterwegs. Doch wir hatten viele interessanten Gespräche mit ihm und dem Fahrer, die auch im selben Guesthouse wohnten. Zu mehr als zum dolmetschen war dieser junge Mann nun aber wirklich kaum zu gebrauchen.

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 Letzte Aktualisierung am  01.06.2017 15:49:16 

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