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Bangladesch 2012
Reisebericht Sundarbands Teil 1

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Mit der Eisenbahn aus Srimagal erreichen wir Dhaka am Nachmittag mit etwa zwei Stunden Verspätung. Von dort werden wir zum Hotel Northern LTD gebracht. Wir erhalten dort ein Zimmer um uns auszuruhen und um zu duschen, bevor wir mit dem Nachtzug nach Khulna weiter reisen werden. Auch können wir eine Koffer hier lassen und unsere schmutzige Wäsche bis zur Rückkehr waschen lassen. Wir sind glücklich über das Hotel und über dessen guter Lage, weil wir die letzten vier Nächte auch wieder hier im Stadtteil Uttara verbringen  werden. Das Hotel liegt ganz in der Nähe der Bahnstation und des Flughafens. Ausserdem gibt es in Uttara viele Geschäfte und Restaurants. Nach dem uns mitgeteilt wurde, dass auch der Nachtzug Verspätung habe, gehen wir noch auf einen Spaziergang und genehmigen uns noch Kaffee und Kuchen. Zurück fahren wir mit der Fahrradritschka. Der Fahrer kann weder Englisch noch kennt er das Hotel, so wir aus einer 5 Minuten Fahrstrecke eine Irrfahrt von über 30 Minuten. Nannu wollte das Essen gerade einpacken lassen, als wir das Hotel erreichten. Nach dem reichhaltigen und schmackhaften Abendessen werden wir zur Bahnstation gebracht. Dort herrscht ein wahnsinniges Gedränge, doch da sich unser reservierter Wagen an der Spitze des Zuges befindet, können wir dem Gedränge etwas entfliehen. Jetzt treffen wir die Reisegruppe aus Dhaka, die mit uns den "Flussdampfer" teilen wird. Diese Gruppe besteht aus vier Einheimischen Frauen, die zusammen hier in Dhaka studiert haben, mit ihren Familien. Auch sie alle waren noch nie in den Sundarbans. Wir sind zum Glück die ersten die einsteigen können, denn es herrsche ein fürchterliches Gedränge, zuerst beim Einsteigen und nachher im Waggon, bis endlich alle ihren Platz gefunden haben und ihr Gepäck verstaut haben. Es hat Flugzeugbestuhlung mit Liegesitzen, aber vieles ist defekt. Hier ist alles noch um einiges mehr veraltet als in Indien. Schlafen können wir beide, gut und so erreichen wir, gut ausgeruht, morgens um 8.00 Khulna.

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In unmittelbarer Nähe der Railway Station befindet sich die Anlegestelle zu unserem Cruiser M.V.Kokilmoni www.silverwavetours.com . Es gibt 12 Kabinen mit 24 Kajütenbetten, alle mit praktischen Moskitonetzen ausgerüstet. Die Fahrt im Beiboot, mit unserer Gruppe und dem Gepäck, ist etwas abenteuerlich, doch eigentlich problemlos. Auf der M.V. Kokilimoni werden wir sehr freundliche von der 15-köpfigen Mannschaft des Cruiser begrüsst. Nach dem wir die Kabine Nr. 3 bezogen haben gibt es bereits ein leckeres Frühstück. Dei dreitägige Kreuzfahrt in die Sundarbands hat definitiv begonnen.

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Die Sundarbans  sind die größten Mangrovenwälder der Erde. Sie stehen in einem tief gelegenen Mündungs- und Überschwemmungsgebiet von vier großen Flüssen, welche die Niederschläge von den Südhängen des Himalaya sowie saisonal bedingt große Wassermassen der Monsun-Zone ins Meer abführen. Die Sundarbans umfassen ein Gebiet von etwa 10.000 km². Davon liegen etwa 6.000 km² in Bangladesch und 4.000 km² im indischen Bundesstaat Westbengalen. Das artenreiche Ökosystem ist weit verzweigt und schwer zugänglich, insbesondere weil die Deltagebiete von Ganges, Brahmaputra und Meghna hier ineinander übergehen. Der vom Aussterben bedrohte Bengalische Tiger und der endemische Sundari-Baum sind hier beheimate.
Wir machen es uns auf dem Oberdeck gemütlich und bequem, während sich die Bengalischen Gäste auf dem mittleren Deck einrichten. Zuerst fahren wir über länger Zeit auf einem Hauptarm Richtung Sünden. Auf dem Fluss herrscht ein reger Warenverkehr, aber es sind auch unzählige viele Fischer mit ihren kleinen Booten mit dem Fischfang beschäftigt. Auch tauchen am Ufer immer wieder kleine einfache Fischerdörfer auf.

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Nach ungefähr 3 Stunden biegen wir in einen Nebenarm ab und der eigentliche Sundarbans N.P beginnt. Hier steigt nun ein Ranger zu, der uns bei den Landausflügen mit seinem Gewehr vor dem gefährlichen Tiger beschützen soll.
Die Sundarbans befinden sich in einem ständigen landschaftlichen Wandel. Insbesondere die südlichen Gebiete unterliegen dem Gezeitenwechsel, der Tier- und Pflanzenbestand hat sich dem Brackwasser angepasst. Es sind zahlreiche Vögel, Fische, Krokodile, Pythons, Hirsche und Wildschweine beheimatet Fluten spülen Teile der Wälder aus und hinterlassen Feuchtwüstungen, aber auch neue trockenere Gebiete entstehen durch Aufspülung von Sand und Schlamm. Die Sundarbans bilden für das Binnenland einen natürlichen Schutzwall gegen die regelmäßig von Süden heranziehenden tropischen Zyklone.

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Jetzt tauchen wir also in die Welt des bengalischen Tigers ein, in die Sundarbans.  Den Namen hat der Nationalpark dem endemischen 20 m hohen Sundari-Baum zu verdanken, der nur in diesem Bereich wächst. Schon bald entdecken wir ein riesiges Leistenkrokodil, das sich am Ufer an der Sonne aufwärmt. Später entdeckt meine Frau noch ein Exemplar vor unserem Boot das zum Luft holen aufgetaucht ist. Schon bald wir das Mittagsbuffet aufgetischt. Das Essen auf und der Service auf der M.V.Kokilmoni ist ausgezeichnet. Vom  Essensraum aus, der knapp über der Wasseroberfläche liegt,  hat man einen schönen Ausblick auf die Mangroven. Am Nachmittag begleiten uns für eine kurze Zeit 2 bis drei Flussdelfine. Das Delta wird von diversen Delfin-Spezies wie zum Beispiel dem Gangesdelfin, dem Iriwadidelfin und dem Indopazifischen Buckeldelfin sowie dem Indischen Schweinswal bewohnt.

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Die M.V.Kokilmoni ankert vor Katka das 100 km von Khulna entfernt liegt.  Katka liegt direkt am  Golf von Bengalen. 230 Flüsse mit unzähligen Nebenarmen und Seitenkanälen und einer Gesamtlänge von 24.000 km bilden dieses Flusssystem, das in den Golf von Bengalen mündet. Nannu hat bis jetzt auch er 4 mal einen Tiger in den Sundarbans gesehen. Doch hier hat er vor 4 Jahren einen Tiger von einer Insel her zurück nach Katha schwimmen sehen. Das Schauspiel dauert fast 20 Minuten. Manchmal bringen die Tigerweibchen ihr Jungen auf eine Insel zur Welt, um sie dort vor ihren männlichen Artgenossen zu schützen. Gute Nacht an Bord.

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Let's go, Tagwach um 6.00, Tee und los geht es um halb sieben mit dem Beiboot durch kleine Seiten Kanäle. Immer wieder stellt unser Bootsführer den Motor ab, so können wir die Ruhe und das Vogelgeschwitscher geniessen. Anschliessend gehen wir an Land und können viele Axishirsche beobachten. Der  Axishirsch ist eines der letzten größeren Wildtiere der Sundarbans. Er ernährt sich in Überschwemmungsgebieten fast ausschließlich von Blättern der Bäume, die er auf den Hinterbeinen stehend auf etwa zwei Meter Höhe abfrisst und die Wälder auf dieser Höhe „durchsichtig“ hält. Ein Bodenbewuchs durch Gras- und Blattpflanzen, wie er für andere Waldformen typisch ist, steht ihm in den Mangrovenwäldern nicht zur Verfügung. Er wir immer von Affen begleitet, was für die Hirsche ein grosser Vorteil ist, werden sie doch durch die Warnrufe der Affen rechtzeitig von Tigern gewarnt. Welcher Vorteil die Affen von dieser Symbiose haben, ist mir leider nicht klar geworden.

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Die Mangrovenwälder und Sümpfe, sind die grössten Mangrovenwälder dieser Art weltweit. Im Delta  befinden sich zahllose Wasserwege, natürliche Kanäle, kleine Inseln, Gebiete mit sumpfigem Tiefland, das oftmals sogar unter dem Meerespiegel liegt und so regelmässig zur Regenzeit massiv überflutet wird. Die Mangroven sind an Salzwasser gewöhnt und das gesamte Ökosystem zeigt den raschen Wandel, den diese empfindlichen Lebensräume unterworfen sind. Die Region ist für ihr breitgefächerte Flora und Faune bekannt

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Reiseführer Nannu

https://www.facebook.com/tiger.rafiq

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 Letzte Aktualisierung am  01.06.2017 15:46:14 

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