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Bangladesch 2012
Reisebericht Sundarbans Teil 2

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Nach dem reichhaltigen Frühstück geht es auf der andern Uferseite Richtung dem Aussichtsturm weiter. Wir sehen viele grosse und kleine Vögel. Es ist schon recht heiss und wir überqueren ein grosses Gebiet Grasland. Unsere Gruppe zieht sich ziemlich in die Länge. Wie sollte uns also ein einziger Ranger mit seiner veralteten Knarre vor einem Tiger beschützen können? Der Weg führt uns schliesslich zu einem grossen Sandstrand am offenen Meer, wo wir uns für einige Zeit niederlassen. Unsere Bengalischen Freund sind nun ganz ausgelassen beim baden und blödeln. Wir spazieren dem Sandstrand entlang und beobachten was sich da so alles bewegt am Strand.

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Die Motoren werden  gestartet, und weiter geht es auf der M.V.Kokilmoni. Am spätern Nachmittag wird wieder geankert, und unser aufregendster Landgang steht vor uns. Unserer Bengalischen Freunde kommen auch an Land, doch sie waren wohl heute schon soviel zu Fuss unterwegs, wie sonst in einem ganzen Monat. Nannu will es heute wissen, er sucht sich einen Eingang ins Unterholz, so dass die Affen ganz aufgeregt flüchten. Nur drei aus der Gruppe, wir zwei und Ranger folgen Nannu. Bernadette fühlt sich unsicher, doch ich erkläre ihr, dass Nannu ganz bestimmt weiss was er macht. Immer wieder raschelt es im Gebüsch, und plötzlich stehen wir vor einem Bindenwaran. Sie halten sich in den Wäldern in Gruppen auf und sie können sehr gut schwimmen. Unsere Begleiter befanden sich hinter uns und konnten den Waran nicht sehen. Als dieser blitzartig in Richtung des Ranger flüchtet, glaubt dieser ein Tiger stütze sich auf ihn, und richtet in Windeseile sein Gewehr in Richtung des Geräusches. Natürlich müssen wir lachen, doch es zeigt , unserer Ranger ist sehr geschickt und wachsam. Wir verlassen nun das Unterholz und vor uns steht im milden Nachmittagslicht ein riesiger Axishirsch. Wir sehen noch mehrer Gruppe dieser Hirsche und immer begleitet von einer Gruppe Affen. Die Hirsche halten sich ganz bewusst am Rande von Siedlungen auf, da sie sich dort vor dem Tiger sicherer fühlen. Auch zwei Wildschweine begegnen uns aus nächster Nähe, die als sie uns entdecken, ganz verängstigt die Flucht ergreifen. Bernadette sagt am Schluss ganz berührt, auch war das eine fantastischer Landgang. Zurück in dieser kleinen Siedlung erzählt uns ein Bewohner, diese Stelle sei früher sehr gefährlich gewesen, jedes Jahr sei jemand vom Tiger getötet worden, jetzt sei es nur noch gefährlich. Niemand weiss so genau wie viele Tiger in den Sundarbans leben. Realistische Schätzungen gehen von 300 bis 350 Tigern aus. Pro Jahr werden gegen hundert Menschen von den Tigern getötet, obwohl in den Sundarbans nur ungefähr 200 Personen dauerhaft leben. Es gibt jedoch viele Menschen die als Sammler und Fischer unterwegs sind. Vor allem an der Grenze zum  Indischen Teil, sind jeweils viel Honigsammler unterwegs, von denen viele Opfer dieser Raubkatze wurden. Da der Tiger seine Opfer nur von hinten anfällt, versuchen sich einige von Ihnen mit einer Gesichtmaske, die sie am Hinterkopf tragen, zu schützen.

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Kaum zurück an Bord, werden die Maschinen gestartet, und die M.V.Kokilmoni fährt volle Kraft voraus Richtung Norden. Bald wir auch ein Feuer auf dem Grill im Oberdeck gezündet, wo dann für unserer Gala Dinner ein  leckeres Barbecue aus Chicken und Fisch grilliert wird. Gut Nacht an Bord.

 
Heute Morgen steht unserer letzter Landgang in den Sundarbans auf dem Programm.

Später verlässt unser Ranger das Boot  und am Rande der Sundarbans machen wir uns noch auf einen Landgang. Dort befindet sich eine Zooanlage und ein Trial durch den Wald. Heute ist in Bangladesch der sogenannte "Mother Language Day"  welcher ein Feiertag. Mohammed Ali Jinnah, erklärte am  21 März 1948, dass Urdu, die pakistanische Sprache, die einzige sei die nun in Bangladesch gesprochen werden soll. Die Studenten  riefen  am 21. Februar 1952 zum Streik auf, dabei wurden 5 von Ihnen getötet. Nach langem Kampf wurde 1956 Bengali wieder zur Nationalsprache erklärt. Wegen diesem Feiertag waren sehr viele Einheimische mit Ausflugsschiffen unterwegs und viele Frauen trugen den traditionellen Sari. In Dhaka herrscht an diesem Tag  eine sehr ausgelassen Stimmung.

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Das letzte mal an Bord , geht es Richtung  Khulna. Wir geniessen bei untergehender Sonne das Treiben am Ufer und auf dem Fluss. Dann gibt es  unser letzte Dinner an Bord. Gemeinsam fahren wir mit dem Beiboot ans Land. Unsere bengalischen Freunde fahren mit dem Nachzug zurück nach Dhaka und wir fahren mit einer Ritschka zu unserem Hotel Castle Salam. Wir haben drei interessante, spannende aber auch geruhsame Tage  erlebt. Der Essen und der Service auf der M.V.Kokilmoni www.silverwavetours.com war ausgezeichnet und an der Sauberkeit gab es gar nichts auszusetzen.

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Heute fahren wir zurück nach Dhaka. Doch zuerst zum Ort Bagerhat der knapp 40 km  Autofahrt südöstlich von Khulna liegt. Dort befinden sich eine grosse Anzahl Moscheen, die für Bangladesch so wichtig sind, dass Bagerhat zum UNESCO Weltkulturerbe gerechnet wird. Während den grossen muslimischen Festtagen pilgern die Menschen massenweise hierher. Bengalen wurde um das Jahr 1200 von Muslimen erobert und gehörte ab 1576 zum Mogulreich. Die einst »Khalifatabad« genannte Stadt im Süden des heutigen Bangladesch wurde im 15. Jahrhundert unter der Herrschaft von Sultan Nasiruddin Mahmud Shah (reg. 1442–1459) vom General Ulugh Khan Jahan gegründet. In wenigen Jahren ließ Khan Jahan viele Moscheen, Mausoleen, Paläste und Verwaltungsgebäude errichten, Strassen anlegen und Brücken bauen, die seine Stadt am Rand der weiten Mangrovenwälder der Sundarbans mit den wichtigen Städten des Sultanats Bengalen verbanden. Wir besuchen die Shait Gumbad , die 60 Dom Moschee. Der Innenraum der Moschee ist geprägt durch weisse Säulen.

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Der Gast aus dem Ausland erfährt meistens nur aus den Zeitungen und gelegentlich auch als Zeitzeuge einiges über Glück und Unglück im Dasein der Einheimischen. Fast täglich ist man zwiespältigen Gefühlen ausgesetzt. Wer das erste Mal in ein Dorf kommt, wird je nach Gemüt über Häuser erschrecken, die für aus wohlhabenderen Regionen stammende Menschen eher armselige Hütten sind, oder aber erstaunt sein, wie Menschen unter solch, für uns, primitiven Umständen einen glücklichen Eindruck machen können.

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"Bei einem Fährunglück auf einem Fluss im Süden von Bangladesch sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Die völlig überladene Fähre kollidierte mit einem Frachtschiff und riss viele Passagiere mit in die Tiefe. Knapp 200 Menschen wurden nach dem Unfall  noch vermisst." Kurz nach dem wir in die Schweiz zurückkehrten lassen wir diese aktuelle Meldung. Überrascht hat und diese Meldung nicht, nach dem was wir alles gesehen haben. In Bangladesch, das in einem riesigen Flussdelta liegt, sind Fähren ein wichtiges Transportmittel. Immer wieder kommt es im  dicht bevölkerten Land zu Schiffsunglücken mit schweren Folgen. Ursache ist häufig die Missachtung von Sicherheitsvorschriften, oft wird die zulässige Passagierzahl überschritten. Im April 2011 waren 32 Menschen ertrunken, als ihre Fähre ein Schiffswrack rammte. Gut zwei Stunden verbringen wir auf der Fähre Kaberi, auf der Fahrt zwischen Khulna und Dhaka. Es ist für uns äusserst interessant  und nebst dem fotografieren bleibt noch viel Zeit für Gespräche mit den Einheimischen. Die Zufahrten zu den Fährelanlegestellen sind katastrophal. Beim verlassen des Hafengelände geht sicher 10 Minuten nichts mehr. Der Verkehr ist total zusammengebrochen, trotz den Verkehrsreglern die mit ihren Stöcken wild hantieren und um sich schlagen.

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Reiseführer Nannu

https://www.facebook.com/tiger.rafiq

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 Letzte Aktualisierung am  01.06.2017 15:46:02 

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