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Bangladesch 2012
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Rund 13 Millionen Menschen zählt Dhaka, die Hauptstadt Bangladeschs. Sie ist die 11-größte urbane Agglomeration weltweit. 2015 wird Dhaka knapp 17 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Seit den 1960er Jahren hat die Stadt ein ungebremstes Wachstum erlebt.  Mit dem schnellen Wachstum der Stadt hat die Infrastruktur bislang nicht mithalten können. Städtische Gesamtpläne wurden nur halbherzig umgesetzt. Und wie auf Staatsebene herrschen auch in der städtischen Verwaltung Korruption. Die Monsunregen im Sommer überschwemmen meist große Teile der Stadt und bringen das städtische Leben zum Erliegen.

Wir erreichen Dhaka mit den Emirates am Sonntagnachmittag 12. Febr. 2012. Wir werden von Nannu am Flughafen abgeholt und zum Hotel, im nördlichen Stadtteil Uttara, zum Hotel, gebracht. Hier besprechen wir unser Reiseprogramm, das von Nannu ziemlich auf den Kopf gestellt wurde. Wir sollen uns um nichts kümmern und alles auf seine Schultern legen, meinte er, was wir dann auch taten. Was sich dann ohne Zweifel als Richtig erwiesen hat. Nach dem Abendessen erkunden wir noch ein wenig die Umgebung des Hotels, und  sind über die Lage sehr erfreut, gibt es doch viele Restaurants und Shops in unmittelbarer Nähe. Für uns erfreulich, weil wir auch die letzten vier Nächte in diesem Stadtteil verbringen werden.

Heute geht es früh los, um die Märkte Dhakas zu erkunden. Dhaka hat so um die 80 Märkte. Doch zuerst heisst es sich durch das tägliche Verkehrs Chaos zu kämpfen. Irgendwo geht für eine halbe Stunde gar nichts mehr. Dann sehen wir einen Kranwagen, der eine Kleinbus weg hebt. Und weiter geht es. Am nächsten Tag lesen wir in der Zeitung, dass es in Dhaka bei 2 Unfällen, 14 Tote gegeben habe. Das Abenteuer Strasse ist vorerst zu Ende, jetzt beginnt das Abenteuer Märkte, mit dem grössten und bekanntesten Markt, dem Kawran Bazar.

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Der Kawran Bazar ist der grösste Markt in Dhaka und einer der grössten in Süd-Südost Asien. Von hier aus werden die anderen Märkte Dhakas beliefert. 16 Millionen Menschen wollen ernährt werden, ob von Früchten, Gemüse, Fisch oder Fleisch. Dazu benötigt werden auch jede Art asiatischer Gewürze. Natürlich braucht es dazu Töpfe, Kellen etc, die teilweise direkt auf dem Markt hergestellt werden. Möbel und Werkzeuge werde auch direkt auf dem Markt hergestellt. Farbige Stoffe und glänzender Schmuck fehlen selbstverständlich auch nicht.

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In Bangladesh gehört Fleisch  zu den absoluten Luxusgütern. Mit nur 3,2 Kilogramm pro Einwohner essen die Menschen hier weltweit am wenigsten Fleisch. Mit einem jährlichen Fleischkonsum von derzeit rund 85 Kilo liegt Deutschland zwar nicht an der Spitze des Konsums, aber relativ weit vorne. Fisch ist in Bangladesch jedoch ein sehr gefragtes Lebensmittel, jedenfalls für diejenige die es sich Leisten können.

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Auf dem Markt gibt es tausende von jungen Männern die mit ihren Körben auf dem Kopf darauf warten für ein paar Taka Waren zu transportieren. Natürlich ist für ein Lächeln und ein Foto immer Zeit.

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Der New Market hat eine lange Geschichte und wurde in den 50er Jahren gebaut um dem Bedürfnis der stark wachenden Bevölkerungszahl gerecht zu werden. Der Markt hat insgesamt 468 ebenerdige Geschäfte bei denen es fast alles zu Kaufen gibt und er ist deshalb ein sehr beliebter Ort. Man findet hier Menschen aller Einkommensschichten. Das Einkaufen hier wir zum Erlebnis.

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Weiter geht es nach Old Dhaka. Durch die Hindu Street und weitere enge Gassen zu einem dem grössten Flusshäfen der Welt. Auf dem sehr schmutzigen Sadarghat wagen wir uns auf einen Bootstrip. Anschliessend nehmen wir uns wieder sehr viel Zeit und schlendern durch den Shankharia Bazar.

 

Der Bhawal National Park ist ein 940 ha gross und ist die grüne Lunge Dhakas, 40 km ausserhalb des Zentrums. Hier trifft man sich vor allem um zu picknicken zu spazieren und zum Boot fahren. Viele Familien und Schulklassen in vollgestopften Busse erreichen den Park mit ohrenbetäubender Musik. Schüler und ganze Familien geniessen hier einen freien Tag in ausgelassener Stimmung. Es ist schön hier mitten drin zu sein und dazu zu gehören. Wir schauen auch den Köchen in die Töpfe, die für 500 Schüler ein Mittagessen zubereiten. Traurig macht mich ein Mädchen, dass diese Schülerinnen mit grossen Augen beobachte. Sie selber jedoch wird wohl nie eine Chance erhalten, jemals eine Schule besuchen zu können.

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Gegen Mittag fahren wir weiter Richtung Saver, zum Nationalen Monument, das an die vielen Toten beim Befreiungskampf erinnert. "1971 war die beste und die schrecklichste Zeit. Eine traurige Zeit, weil einer der schlimmsten Genozide des zwanzigsten Jahrhunderts in Bangladesch stattfand. Die pakistanische Armee und ihre lokalen Kollaborateure - die Razakars und Al Badr - haben drei Millionen Menschen getötet. Aber es war auch eine glorreiche Zeit: Indem die Menschen in diesem Land eine skrupellose professionelle Armee besiegt haben, erkämpften sie sich ihre Unabhängigkeit."
Auf dem Weg dorthin fallen uns die vielen tausenden von Menschen auf, meist Frauen , die wie Ameisen hin und her eilen. Ein völlig abnormales Verhalten hier in Süd-Südostasien, das wir auf unsern Reisen bis jetzt noch nie beobachtet haben. Wie wir von Nannu erfahren, ist jetzt Mittagspause in den vielen Fabriken hier. " Der Zeit- und Konkurrenzdruck in der Textil- und Bekleidungsproduktion wird gnadenlos auf die Arbeiterinnen abgewälzt. In der Textil- und Bekleidungsindustrie arbeiten 80 % Frauen. Die Arbeitslöhne sind minimal und decken häufig noch nicht einmal die Existenzsicherung. Die arbeitsrechtlichen Bestimmungen sind meist außer Kraft gesetzt. Die Mitgliedschaft in oder gar die Gründung einer Gewerkschaft  verboten. Das sind die Bedingungen, unter denen heute der Großteil der weltweit angebotenen Textilien produziert werden, und zwar nicht nur die preisgünstige Discountkleidung, sondern durchaus auch teure Markenartikel. Denn GAP, Adidas, Nike und die meisten anderen Markenfirmen lassen ihre Textilien und Schuhe ebenfalls in den Freihandelszonen produzieren, was ihnen gigantische Gewinne bringt. So ist es möglich, dass bei einem Turnschuh mit einem Ladenpreis von 75 Euro häufig nur noch 30 Cent für die Lohnkosten während der Herstellung anfallen! Und die Lohnkosten eines T-Shirts, das man bei Tchibo erwirbt, betragen noch rund 1 % des Kaufpreises.
Der Gegensatz zwischen den Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten und dem verkauften Marken-Image einer schönen heilen Welt hat inzwischen völlig absurde Formen angenommen."

(
CulturCooperation e.V)

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Wir besuchen noch eine traditionelle Kunstbronzegiesserei und ein ursprüngliches Töpfer Dorf. Auf der Fahrt zurück nach Dhaka gehen mir vielen Gedanken durch den Kopf, die mich auch noch in der Nacht in meinen Träumen beschäftigen werden. Am Abend als wir das Hotel verlassen, sehe ich zwei kleine Kinder die mit 2 grossen Kanistern ganz scheu um Wasser fragten. Der etwa sechsjährige Junge trägt dann diese schweren Kanister nach draussen, wo er nach ein paar Metern in einen Innenhof geht. Das erst was ich am nächsten Morgen mache ist: Ich suche nach einer Stelle im Hotel, von wo aus ich in den Innenhof schauen kann. Später bitte ich Nannu uns zu dieser Familie zu begleiten, um ihnen einen kleinen Geldbetrag zu überreichen. Diese Familie stammt aus dem Norden und darf auf diesem Hof leben und im Gegenzug verlangt die Besitzerin von Ihnen den Hof sauber zu halten. Die Familie besteht aus Vater und Mutter mit ihren 5 Kindern. Mit ihnen lebt noch eine Schwester, der Ehefrau. Das Backsteinhaus besteht aus einem Raum und ich denke er ist so um die 3 x 6 Meter gross. Gekocht wird auf dem Hof.

Sonargaon, die ursprüngliche Hauptstadt des Königreichs von Isa Khan in Bengalen war wichtiger Flusshafen, Handelszentrum und ursprüngliche Hauptstadt des Königreichs von Isa Khan in Bengalen. Das älteste Überbleibsel einstiger Bedeutung und Machtfülle, die Goaldi Moschee wurde 1519 erbaut und ist ein interessantes Beispiel der Vor-Mogul-Architektur. Neben an in der heutigen Moschee wohnen um die 20 Waisenknaben die im Koran unterrichtet werden. Um die Ecke besuchen wir noch ein kleine Siedlung und werden wieder äusserst herzlich und dankbar empfangen. Für uns ein weiteres Highlights dieser Art.
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Schon im 13.Jahrhundert etablierte sich hier ein muslimischer Sultan und machte das Gebiet zu seiner Hauptstadt, die bald weithin als Markt, Handels- und Machtzentrum bekannt war. Gesandte aus China, aus Europa und Händler von den muslimischen indischen Sultanaten waren hier ständige Gäste.
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Hier Treffen wir noch ein Gruppe Einheimische, die gestern hier an einem Hochzeitsfest teilgenommen haben. Das Brautpaar ist schon gegangen, aber die anderen Hochzeitsgäste kochen sich noch einleckeres Mittagessen, bevor sie dann nach Hause gehen. Natürlich wurden auch wir zum Essen eingeladen, wie an vielen anderen Orten auch schon, doch auch hier bedankten wir uns für das Angebot ohne es annehmen zu können. Die Stimmung ist sehr ausgelassen und Berührungsängste kennen diese liebenswerten Menschen nun gar nicht.
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Am insgesamt 4. und letzten  Tag in und um Dhaka untern nehmen wir, eine Stunde ausserhalb Dhakas, eine Flusskreuzfahrt. Wir teilten uns das Boot mit drei junge Japanerinnen die mit ihrer Lehrerin, einem Dolmetscher und einem Guide unterwes zu einem Hilfswerk sind, und die dort drei Tage bleiben werden.
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Auf dem Rückweg besuchten wir noch einmal ein Dorf. Dort nehmen wir uns sehr viel Zeit und es gibt rege Diskussionen zwischen den Bewohner und uns, mit Hilfe von Nannu, der ein grosse Fähigkeit besitzt im Umgang mit der einfachen Bevölkerung. Was für ein toller Abschluss unserer Reise.
 

Reiseführer Nannu

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 Letzte Aktualisierung am  01.06.2017 15:45:27 

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